21.4.07

Ruden






Heute schöner Törn von Sassnitz nach Ruden. Ablegen um 845 bei NW 3-4 geht es raumschots Richtung durchs Prorer Wiek an Binz und Sellin vorbei. Es ist sonnig, aber rattenkalt und ich ziehe meine warmen Faserpelze an und die Bootsstiefel – wozu habe ich das ganze gute Zeug sonst an Bord. Kurz nach dem Nordperd schläft der Wind ein, um nach ein paar Minuten aus SW zu wehen. Schön, es geht also mit halbem Wind weiter am Mönchsgut vorbei. Ich schleiche mich von Nordost über die Flachs an Ruden heran, über die Tonne Osttief.
Ruden hat einen morbiden Charme. Ich liebe solche Orte. Das alte Lotsenhaus steht leer und ist in dem Zustand wie unser Haus, als wir es kauften. Es gibt alte, verfallene Anlagen der Nationalen Volksarmee und mehrere Lotsentürme.
Conrad Marlow und seine Partnerin Ursula Toth sind die einzigen Bewohner der Insel und sorgen für Naturschutz und Hafen.
Wir unterhalten uns über die Zukunft der Insel. Sie sollte vom Bund verkauft werden, jetzt sieht es aber doch so aus, als bliebe sie dem Land Meckpomm und dem Naturschutz erhalten.
Außer mir liegt zunächst nur ein Motorboot hier. Später kommt CYGNUS mit dem Seglerpaar Fleischer aus Wolgast. Sie sind auch von Sassnitz rüber gekommen. Sie haben ihr Schiff, eine Cobra 850 BJ 79 neu erworben und sind deshalb so früh in der Saison unterwegs. Ein schönes englisches Schiff in gutem Zustand ähnlich wie DINE gebaut und sehr geräumig. Sie zeigen sich interessiert an meinem Törn und ich gebe ihnen die Adresse des Weblogs.
Einzige sanitäre Anlage auf Ruden ist ein Plumpsklo. Der Törnführer nennt es „Trockentoilette“. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt ein Solches benutzt habe, Vermutlich in meiner Kindheit, oder in den 70er Jahren in Finnland.